DLM 2026: Hamburgs Auswahl kämpft in Duderstadt


Hamburg ist wieder dabei: Vom 7. bis 12. Oktober 2026 spielt unsere Landesauswahl bei der Deutschen Ländermeisterschaft (DLM) in Duderstadt mit. Bei der DLM treten die Auswahlteams der Landesschachjugenden gegeneinander an – jedes Team stellt pro Runde acht Spielerinnen und Spieler aus den Altersklassen U20, U20w, U18, U16, U16w, U14, U12 und U12w. Gespielt werden sieben Runden im Schweizer System, von Donnerstag bis Montag.

Mit einem DWZ-Schnitt von 1930 geht Hamburg als Nummer 12 der Startrangliste ins Turnier. Betreut wird das Team von Bernhard Jürgens und Åke Fuhrmann.

Alle Partien werden live übertragen: Zu den Livepartien

An dieser Stelle berichten wir täglich vom Turnier – die einzelnen Runden lassen sich per Klick auf- und zuklappen, der neueste Bericht steht jeweils unten.

Die Hamburger Aufstellung

Brett Name Jahrgang DWZ
1 Jonathan Andersen 2013 2132
2 Bennit Tietz 2007 2022
3 Yannic Böhler 2011 2047
4 Aaron Steinbach 2010 2061
5 Lara Sophie Busch 2012 1863
6 Martha Polster 2010 1879
7 Motoki Ogawa 2014 1837
8 Adrina Biglari 2015 1598

Berichte vom Turnier

Runde 1 (Donnerstag): Hamburg – Hessen 3:5

Auftakt gegen Hessen

Die erste Runde läuft! Nach einer problemlosen und angenehm kurzen Anreise am Mittwoch hat sich das Team gut eingelebt – die Unterkunft im Ferienparadies Pferdeberg ist für ein Schachturnier fast schon kleiner Luxus, nur das WLAN ächzt unter der Last von so vielen Landesverbänden.

Brett 1 bis 4. Foto: Åke Fuhrmann

Zum Auftakt wartet gleich ein Brocken: Es geht gegen das an Position 3 gesetzte Hessen. Hamburg geht als klarer Außenseiter ins Match, chancenlos ist das Team aber nicht. Die Vorbereitung wurde zur Geduldsprobe, denn die Paarungen kamen erst gegen 22 Uhr heraus. Also hieß es früh aufstehen: Um 7:30 Uhr, pünktlich zum Start des Frühstücks, saß das Team schon zur gemeinsamen Vorbereitung zusammen.

An Brett 6 erwartet Martha eine schwer auszurechnende Gegnerin, die in jeder Partie etwas anderes aufs Brett bringt. Adrina gelang es dagegen an Brett 8, ihre Gegnerin schon in der Eröffnung etwas aus dem Konzept zu bringen. An den übrigen Brettern entwickeln sich die Partien in erwartbaren Bahnen – wir sind gespannt und drücken die Daumen!

Brett 5 bis 8. Foto: Åke Fuhrmann

Fazit zur Runde

Starker Kampf gegen einen starken Gegner: Hessen war im Schnitt rund 200 Wertungspunkte besser besetzt und musste trotzdem lange um den Sieg bangen.

An Brett 1 spielte Jonathan einen ereignisreichen, komplizierten Spanier und hielt lange gut mit. In der Zeitnotphase kämpfte er sich zurück und hatte sogar eine partieentscheidende Taktik auf dem Brett, die in der Hektik aber übersehen wurde. Präzise Kalkulation rettete ihn noch in ein technisch remises Damenendspiel mit Minusbauern – dort fehlte am Ende leider das Wissen um den Remisweg.

Bennit an Brett 2 überspielte seinen Gegner mit wenig Theorie, dafür vielen guten Zügen und viel Nachdenken. Die Uhr machte zwischenzeitlich Sorgen, das Turmendspiel verwandelte er aber souverän zum ersten Hamburger Sieg.

Yannic an Brett 3 erlaubte sich eine unangenehme Ungenauigkeit in der Eröffnung und saß früh auf einem rückständigen Bauern. Gestört hat ihn das wenig: Er fühlte sich in der Stellung wohl, und als der Gegner seinen Vorposten aufgab und den Befreiungszug d4 zuließ, schien der Spieß umgedreht – bis in der Zeitnot ein einziger Zug alles einstürzen ließ.

Bei Aaron an Brett 4 führte ein früher Verdreher in der Eröffnung schon in Zug 7 in eine fast verlorene Stellung. Sein Kampfgeist sorgte trotzdem dafür, dass seine Partie zu den letzten des Tages gehörte.

Lara an Brett 5 verlor nach einem frühen Patzer nominell nur einen Bauern – allerdings einen tragenden Teil ihrer Königsstellung. Statt zusammenzubrechen hielt sie alles mit viel Geschick (und sprichwörtlichem Klebeband) zusammen, blockierte nach einigen passiven Zügen der Gegnerin alle wichtigen Punkte und holte das Remis.

Martha an Brett 6 wurde in der Eröffnung überrascht – und dann auch noch vom aggressiven Wiener Gambit. Ihre Gegnerin spielt offenbar in jeder Partie etwas Neues; was in der Breite existiert, fehlt dafür in der Tiefe. Martha parierte den Schock nicht perfekt, aber sehr gut und vor allem gut genug: Sie glich schnell aus, baute ihren Vorteil stetig aus und entwich am Ende den Schachgeboten – mit einer zweiten Dame als Belohnung.

Motoki an Brett 7 bekam genau seinen Stellungstyp aufs Brett und spielte seinen fast 2000 Elo starken Gegner regelrecht an die Wand, ohne ihm je eine Chance zu lassen. Im gewonnenen Turmendspiel kamen dann die Nerven dazwischen: Er nahm sich nicht mehr die nötige Zeit, und der Gegner flüchtete sich noch ins Remis.

Bei Adrina an Brett 8 klappte in der Eröffnung fast alles, nur der wichtige Hebel c5 kam einen Tick zu früh. Die Gegnerin sicherte sich einen Mehrbauern samt besserer Stellung, und bei 300 Punkten Wertungsunterschied blieb nur zähes Ausharren – das deutlich länger gelang, als zu erwarten war.

Am Ende steht ein 3:5 gegen den Favoriten. Hier und da ärgert man sich über einen verschenkten halben Punkt, doch die Mannschaft hat enormen Kampfgeist bewiesen – vor diesem Ergebnis muss sich niemand verstecken!